Testbericht – Hans Zimmer Piano

In der Lyndhurst Hall der Air Studios, in London, steht ein Steinway&Sons Konzertflügel, der es Hans Zimmer bei seinen Besuchen dort wohl sehr angetan hat. Jedes Mal, wenn er dort war, hat er versucht, wenigstens ein paar Minuten auf dem Instrument zu spielen und die Raumakustik auf sich wirken zu lassen. Schnell war ihm klar, das er den Flügel sampeln und als virtuelles Instrument quasi mit nach Hause nehmen will. Als Partner für diese Aufgabe hat er sich, wie schon zuvor, für das Team von Spitfire Audio entschieden, wo schon andere Software von ihm erschienen ist. Nach langer Vorarbeit, die schon 2014 begann, liegt die Software nun als Hans Zimmer Piano vor. Um sie nutzen zu können, wird der kostenlose Kontakt Player, oder die Vollversion von Kontakt ab der Version 5.1 benötigt.


Download und Installation:

Sample basierte Software benötigt Speicherplatz. So ist es auch hier. Satte 196,7 GB umfasst der Download! Hinzu kommt noch 1 GB für den Kontakt Player und ein paar MB für den Spitfire Audio Library Manager (Bild unten), über den der Download abläuft und der die Software zum Schluß auch entpackt. Insgesamt sollten etwa 450 GB freier Speicherplatz während der Installation vorhanden sein. Wer sich den Download nicht antun will, kann die Software bei Spitfire Audio auch auf einem Datenträger ordern. Die Downloadversion gibt es auch bei Best Service in München. 

spitfire-audio-library-manager

Die Benutzeroberfläche:

hzp-1Hier die Ansicht der „Full and Bright“ Benutzeroberfläche. Wie auch in den weiteren Ansichten, stehen mehrere Mikrofon Einstellungen zur Verfügung. Diese sind in so genannte „Spots“ eingeteilt, wobei zu jedem „Spot“ 4 Mikros gehören. Einige Mikros wurden direkt um den Flügel positioniert, einige in etwas Entfernung, weitere in größerer Entfernung und dann wurden Mikrofone auf einer umlaufenden Galerie in der Halle positioniert.

HZP-mikros

Übersicht der Mikrofonanordnung

Die „Spots“ können einzeln, oder zusammen genutzt werden. Auch das Verhältnis, also der jeweilige Anteil, kann mittels der Schieberegler, eingestellt werden. Die Galerie Mikros bilden den natürlichen Raumhall ab und sind von daher am ehesten für Surround Produktionen geeignet. Eigene Mirofonabmischungen können gespeichert werden. Das entsprechende Icon findet sich oberhalb der Mikrofon Regler. Die weiteren Einstellungen sind soweit selbsterklärend.

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Die Full and Bright (Percussive FX) Ansicht. Je nach dem, welche der Noten aktiv sind und welche der linken Funktionstasten gedrückt ist, ändert sich die Tastaturbelegung und es stehen verschiedenste pekussive Klänge bereit, welche mit dem Flügel erzeugt wurden.

hzp-3Die Full and Bright (Super Soft) Ansicht.

hzp-4Die Full and Bright (Various FX) Ansicht. Auch hier stehen, je nach aktiven Noten und gedrückten Funktionstasten verschiedene Klänge zur Auswahl, die mit diversen Effekten versehen sind.

hzp-5Hier zu sehen, die Distance Compensated Signals (links), die einzeln geladen und verschiedenen Kanälen zugeordnet werden können.

hzp-6Gleiches gilt auch für die Individual Signals.

Video:

In diesem Video gibt es eine Einführung von Paul Thomson (Spitfire Audio) in die Hans Zimmer Piano Software.

Klangbeispiele:

In den Klangbeispielen 1 bis 3 habe ich verschiedene Mikrofonkombinationen verwendet. Beispiel 4 wurde mit der „Super Soft“ Library aufgenommen.

Fazit:

Wer den Preis von knapp 500,- Euro und den hohen Speicherbedarf nicht scheut, bekommt ein wohl temperiertes, virtuelles Grand Piano. Daneben gibt es Perkussives, sowie einige, mit verschiedenen  Effekten versehene Klänge. Trotz der Größe sind die Ladezeiten recht kurz und die CPU Last recht gering.

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