Testbericht – XILS-lab XILS V+

XilsLabLogoIm Jahr 1979 kam der Roland 330, auch bekannt unter dem Namen „Vocoder Plus“ auf den Markt und wurde bis 1982 verkauft. Heute, im Jahr 2013 hat die in Grenoble, Frankreich, ansässige Softwareschmiede XILS-lab eine Emulation dieses Synthesizers auf den Markt gebracht. Diese ist für PC und MAC verfügbar. 

Dabei wurde, wahrscheinlich aus Lizenzgründen, auf die Übernahme der originalen Bezeichnung und auch auf das originale Layout des Roland 330 verzichtet. Letzteres ist sicher auch dem erweiterten Bedienumfang geschuldet. Die Software nennt sich schlicht „XILS V+“. Ganz nebenbei wurden dem Synth noch ein paar Neuerungen verpaßt, die die Polyphonie verbessern und damals, als das Original auf den Markt kam, so noch gar nicht möglich waren.

Roland-vp330Der Roland 330

Die Installation:

XILS-lab verlangt für seine Software einen Dongle. Hierbei kann man zwischen dem iLok Key und dem eLcenser wählen. In beiden Fällen läd man sich zunächst die Software herunter. Vor der Installation überträgt man dann den Code, den man beim Kauf der Software vom Hersteller erhalten hat, auf den vorhandenen Dongle. Danach kann man die Software installieren. Das ging bei mir, mit dem iLok problemlos von statten.

Während der Installation kann man zwischen verschiedenen Formaten wählen: VST 2.4 und 3.0, RTAS, AAX und AU. Zudem kann man die Software als 32, oder 64 BIT Variante nutzen.

Übrigens ist die Software als Plugin ausgelegt. Eine Stand Alone Variante gibt es nicht. Das setzt also voraus, das man eine DAW ( Studio One, Cubase, usw.) hat, mit der man das Plugin nutzen kann.

Die Benutzeroberfläche:

Je nach dem, welchen Monitor man hat, kann es beim ersten Start zu einer Überraschung kommen, denn die Software startet mit einer Auflösung von 1400 Pixeln (Breite). Auf meinen  zwei 19 Zoll Monitoren verteilte sich die Benutzeroberfläche über beide Monitore. Man kann die Auflösung aber unter „Options/Display“ entweder auf 1200, oder 1000 Pixel verringern. Nach der Umstellung muss die Software geschlossen und neu gestartet werden. 

Das sieht dann so aus:

vocoder-8Ich habe den V+ hier in PreSonus Studio One 2.5.2 geladen. Rechts sieht man das „Options“ Popup Fenster für die Einstellungen.

Die Statusleiste:

Hier gelangt man zu den Presets, in dem man auf „Factory“ klickt. Das sieht dann so aus:

vocoder-1Die Presets sind nach den jeweiligen Autoren sortiert. Wenn man rechts neben „Preset“ auf den Namen des Preset klickt erhält man eine eingeschränkte Auswahl. Man kann auch eigene Presets speichern.

vocoder-3Beim ersten Start wird das „Simple Strings“ Preset geladen.

Auf dem Bedienfeld rechts befinden sich einige orangefarbene Schalter, die das Aussehen der Benutzeroberfläche jeweils verändern. Hierbei handelt es sich von links nach rechts um: Mixer ARP, Voco., FX und Mod.

vocoder-4vocoder-5vocoder-6vocoder-7Die Tastatur ist in einen unteren und einen oberen Teil gesplittet. Über die beiden grünen Schalter kann man festlegen,, ob man nur einen Teil, oder beide nutzen will.

Die Sounds:

Der „V+“ bietet einige String Sounds. Wobei man dabei nicht erwarten sollte, das sich das Cello wirklich nach Cello und die Strings sich wirklich nach Geigen anhören. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf den diversen Voices. Die Synthesizer dieser Zeit waren die Wegbereiter einer neuen Musikrichtung, die als Synthpop in die Analen einging. Wer nun meint, mit diesen Sounds heute nichts mehr anfangen zu können, ist, glaube ich, auf dem Holzweg. Hängt man hinter den „V+“ noch den ein oder anderen Effekt in die Signalkette, oder schickt das Signal des „V+“ durch eine „Timemashine“, dann ergeben sich ganz neue Klänge, die sich für viele Musikrichtungen eigenen.

Ein Klangbeispiel, bei dem ich ein wenig mit dem Arpeggio herum gespielt habe. Dann habe ich die Spur gedoppelt und die zweite Spur mit einem Delay versehen.

 

TIPP:

Man sollte sich unbedingt die Bedienungsanleitung im PDF Format herunterladen, denn der Synth bietet doch eine ganze Reihe von Einstellungen, die sich dem Benutzer auf den ersten Blick nicht erschließen. Zudem wird darin auch detailliert erklärt, wie man die Software auf einem iLok Key, oder einem eLicenser registriert. Auf älteren Rechnern kann es zu Problemen kommen, denn wenn man die Polyphonie auf die Spitze treibt, ist die CPU Last doch recht hoch. Auch dazu gibt es in der Bedienungsanleitung ein paar Tipps.

Fazit:

 Der „V+“ von  XILS-lab klingt insgesamt sehr gut. Der Preis von 99,- Euro geht meiner Meinung nach auch in Ordnung. Der eine oder andere wird sich vielleicht daran stören, das ein Dongle nötig ist.  Alles in allem finde ich diesen Synth ganz gut gelungen.

Nachtrag:

In der nächsten Version wird die Benutzeroberfläche mit einer Breite von 1000 Pixeln starten. Mein diesbezüglicher Vorschlag wurde bei XILS-lab sehr positiv aufgenommen.

Weitere Informationen gibt es hier: Link

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