Testbericht – Kontrol Master von Touch Innovations

Der Kontrol Master von Touch Innovations wurde erstmals auf der Winter NAMM 2017, also im Januar vorgestellt. Es hat etwas gedauert, bis mir ein Gerät für den Test zur Verfügung gestellt wurde. Scheinbar ist die Zahl der Testgeräte begrenzt. Die ganze Geschichte dazu gibt es auf der Facebook Seite.

Zu den Fakten. Der Kontrol Master ist nicht das erste Gerät, welches zur Steuerung von Software, auf den Markt gekommen ist. Die Vorgänger setzten sich aber nicht durch und verschwanden irgendwann wieder. Inzwischen ist die Technik fortgeschritten und es gibt neue Möglichkeiten, die auch in die Entwicklung des Kontrol Master eingeflossen sind.

Da steht der Kontrol Master nun auf meinem Studiotisch, neben dem Master Keyboard. Unter Windows 10 wurde die Hardware direkt erkannt und eingebunden. Wer Windows 7 verwendet, muss auf der Herstellerseite einen Treiber herunter laden und installieren.

Die Hardware ist nur eine Komponente, mit der alleine man noch nichts steuern kann. Die zweite Komponente, ist die dazu gehörige Software. Diese gibt es für Windows, OSX und Ubuntu. Andere Linux Software wurde nicht getestet, möglicherweise funktioniert es aber trotzdem zum Beispiel unter Linux Mint.

Beim ersten Start, muss man sich in den Account bei Touch Innovations einloggen, um die Software frei zu schalten. Danach erscheint dann, bei nicht angeschlossenem Gerät, dieser Begrüßungsbidschirm. Der Hersteller rät übrigens davon ab, das Gerät mittels USB Hub zu verbinden. Damit soll es Probleme geben. Vor allen Dingen bei Laptops ist die Stromversorgung über ein Hub nicht optimal.

Nachdem das Gerät verbunden wurde, kann man zwischen verschiedenen DAWs wählen, für die schon eine Steuerung vorprogrammiert ist. 

Ich habe hier mal Studio One von Presonus ausgewählt. Damit können die Transport und Record Taste(n) bedient werden. Die Belegung der Taster des Kontrol Master sind in der Benutzeroberfläche sichtbar. Für andere Programme, hiermit meine ich VST Plugins, können die Taster frei belegt und gespeichert werden. Danach sind diese eigenen Einstellungen unter dem Reiter "Custom" erreichbar. 

 

 

Pro und Kontra:

Die Vorteile:

  • Stabiles Kunststoffgehäuse, langlebige Verarbeitung und Komponenten
  • Fertigung in USA
  • Vorprogrammierung für die gängigsten DAWs
  • Frei belegbare Taster
  • Übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Kann bei Verwendung von mehreren Monitoren die darauf abgebildete Software steuern
  • Trotz geringem Gewicht sehr standfest

Die Nachteile:

  • Belegt einen weiteren USB Anschluß am Rechner 
  • Braucht einigen Platz auf der Arbeitsfläche 
  • Bei Tastenbelegungen für mehrere Plugins muss man sich einiges merken. Wer will schon immer auf die Benutzeroberfläche schaun.

Der Preis liegt bei 229,- USD. Dazu kommen noch Versandkosten. Weitere Informationen gibt es hier: Link

Vorläufiges Fazit:

Wer viel mit unterschiedlichen VST Plugins arbeitet, für den ist der gut verarbeitete Kontrol Master sicher eine Arbeitserleichterung. Die Reaktionszeit der Taster kann auf die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden. In der, in der Grafik zu sehenden, schnellsten Einstellung, reagieren diese jedenfalls rasend schnell. Allerdings ist ein gutes Gedächtnis von nöten, will man nicht dauernd auf die Benutzeroberfläche schaun, um die Belegung der Taster zu kontrollieren. Und es benötigt doch einiges an Platz und einen USB Anschluss am Rechner. Da ich das Gerät erst wenige Tage in Gebrauch habe, kann ich noch keine entgültige Bewertung abgeben. Der erste Eindruck ist jedenfalls positv. 

Nachtrag:

Ende April kommt ein Software Update auf die Version 1.7 heraus, in dem neue Eigenschaften enthalten sein werden. Ich bekomme dann auch eine Liste mit Händlern in Europa. Das ist eine gute Nachricht, denn dann fallen doch einige Transportkosten weg und im Falle einer Reparatur, muss man die Hardware nicht nach USA senden. Und noch ein Wort zum Support. Die Mitarbeiter bei Touch Innovations sind sehr freundlich und kompetent. Die Reaktionszeiten, während der Bürozeiten, sind recht flott.

Nachtrag 2:

Ende April wird die Kontrol Master Hardware in den nachstehenden Ländern verfügbar sein:

Germany
Austria
Switzerland
Belgium
Netherlands
Luxemburg
France

Nachtrag 3:

Etwas verspätet, ist nun die Version 1.7 der KM Software erschienen. Zudem gibt es ein neues Video, in dem die Funktionen des Kontrol Master etwas besser, als bisher erklärt werden. In Deutschland wird der Kontrol Master zum Beispiel bei Music Store in Köln für 349,- Euro angeboten.


 



Fazit:

Nachdem ich mich nun einige Zeit mit dem Kontrol Master beschaftigt und auch die letzte Software Version installiert hatte, ist das Gerät wieder in seine Verpackung gewandert. Ich konnte keinen Vorteil erkennen, den mir das Gerät hätte bringen können. Ich arbeite überwiegend mit Studio One Pro und Mixcraft 8 Pro Studio. In beiden DAWs ist es möglich, die Bedienelemente des MIDI Keyboards in einer Datei abzulegen, falls dieses nicht eh schon in der Liste vorhanden ist. Von daher kann ich die gängigsten Befehle direkt über das Keyboard steuern und brauche kein Zusatzgerät. Was VST Plugins angeht, haben die meisten die Möglichkeit, eigene Presets zu speichern. Diese sind dann eh abrufbar und bedürfen keinem weiteren Gefummel, mit irgendeinem Gerät. Das ist mein subjektiver Eindruck! Da jeder so seine eigene Arbeitsweise hat, gibt es sicher auch Anwender, die das Gerät ganz toll finden und nicht mehr ohne es sein wollen.

 

 

 

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3 Responses to Testbericht – Kontrol Master von Touch Innovations

  1. Tim Holland says:

    Sorry, aber ich finde diesen Testbericht etwas schludrig verfasst… Du erwähnst zum Beispiel mit keinem Wort den eigentlichen Clou des Geräts, nämlich mit dem Encoder jeden Softwareregler steuern zu können, über dem sich gerade der Mauszeiger befindet.

    Dagegen soll es ein Minuspunkt sein, sich nicht die Belegung der wenigen bunten Knöpfe merken zu können? Die ändert man doch schließlich nicht dauernd.

    • Martin says:

      Hallo Tim

      Du hast Recht. Allerdings hatte ich nicht genügend Informationen zum Gerät. Deshalb stehe ich auch seit einiger Zeit mit dem Entwickler in Kontakt. Wahrscheinlich kommt Ende April eine neue Softwareversion heraus und darüber hinaus auch eine neue, ausführlichere Bedienungsanleitung mit Video. Ich hatte mir das anders vorgestellt und gehofft, dass ich die gewünschten Infos zeitnah bekomme. Wenn es Ende April die neuen Infos gibt, wird der bisherige Testbericht komplett überarbeitet. Was die Belegung der Buttons angeht, sehe ich das allerdings anders, als du. Denn wenn du zum Beispiel mehrere Synths aufnehmen und über den Kontrol Master steuern willst, musst du jeweils umschalten. Dadurch ändert sich dann wohl auch die Belegung. Hilfreich wären hier ein paar Schablonen, auf denen man die jeweilige Belegung notieren kann. Sowas kann man sich sicher auch selber herstellen.

      Gruß

      Martin

  2. Tim Holland says:

    Hallo Martin,

    falls Du die Button tatsächlich für die Steuerung von Funktionen verschiedener Plugins verwenden möchtest, dann stimmt das natürlich. Das trifft allerdings auf JEDEN Controller zu, der kein eigenes Display zur Anzeige von Parametern mitbringt, also den meisten Geräten auf dem Markt…

    Beim Kontrol Master sehe ich jedoch den Zweck der Buttons eher darin, diese mit ein paar häufig benutzten DAW-Funktionen zu belegen (z.B. Transportkontrolle, spurbezogene Parameter, Aufruf von Editor-Fenstern, Zoom, Speichern etc.). Diese Belegung wird man dann nicht mehr so oft ändern und kann sie sich durch die farbigen Buttons auch relativ leicht merken.

    Die Plugins kannst Du hingegen nahezu komplett mit dem Drehregler (und der Maus…) bedienen, das geht aber konzeptbedingt tatsächlich nur mit Blickkontakt zum Bildschirm.

    Hast Du eigentlich schon mal alle drei weißen Buttons am Gerät gleichzeitig gedrückt…? 😉

    Gruß,

    Tim

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